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BESTANDSREDUZIERUNG MIT DEM KANBANSYSTEM

Im Kanbanworkshop geht es immer um die Umstellung der Materialanlieferung auf Kleinstbehälter. In den meisten Fabriken wird das Material von Staplern in zu großen Behältern in die Produktion transportiert.

Für Materialreichweiten in der Fertigung von Tagen oder gar Wochen gibt es keine rationale Begründung. Dabei orientieren sich die Behältergrößen nicht an den Bedürfnissen der Werker, sondern an den Transportkosten. Je größer der Behälter, umso mehr Teile fasst er und usmo günstiger wird das Teil hinsichtlich der Transportkosten vom Lieferanten zum Kunden und vom Wareneingang in die Produktion.

Dass der Monteur tausendmal einen ergonomisch ungünstigen Handgriff machen muss, bis der Behälter leer ist, geht in die Rechnung nicht ein. In die Rechnung geht auch nicht ein, dass ein zu großer Behälter mehrmals in das Lager zurückgefahren werden muss, weil er beim Variantenwechsel nicht leer war. Dies ist aber häufig der Fall.

Dass beim Variantenwechsel nicht mehr benötigtes Material gegen neues Material getauscht werden muss, ist überhaupt die Folge zu großer Behälter. Deshalb ist die Aufgabenstellung im Kanbanworkshop eine Materialbereitstellung, die beim Variantenwechsel den Behältertausch überflüssig macht. Das bedeutet Umstellung auf Kleinstbehälter, Einrichtung von Supermärkten und Materialanlieferung mit Zügen in hoher Frequenz.


Die Vorteile des Kanban-Systems


Einmal installiert, ist das Kanbansystem ein Selbstläufer. Das Kanbansystem erfordert eine hohe Disziplin der Mitarbeiter. Die Kanbanspielregeln müssen eingehalten werden. Das Kanbansystem kennt keine Fehlertoleranz. Dinge, die nicht in Ordnung sind, werden durch das Kanbansystem schonungslos aufgedeckt und anschließend - nein, nicht unter den Teppich gekehrt - sondern in Ordnung gebracht. Das Kanbansystem ist die sicherste Methode, schnell und nachhaltig Ordnung in jede Fabrik zu bringen.

Aufgrund der Anlieferung des Materials im kleinstmöglichen Behälter, lässt sich der Materialumlauf in der Fertigung drastisch reduzieren. Damit wird die benötigte Materialstellfläche deutlich kleiner, so dass die Laufwege der Werker für die Materialbeschaffung gegen Null gehen.

Dazu kommt ein weiterer positiver Effekt: der Materialbestand in der Fertigung ist nahezu konstant, denn es können nur maximal soviele Behälter im Umlauf sein, wie Kanbans vorhanden sind.

Während das Kanbansystem in einer Fließfertigung nur die Bereitstellung des Materials an den Montagelinien sicherstellt, steuert es in einer Los-Fertigung die komplette Produktion, das heißt, die Beauftragung sämtlicher Maschinen. Somit ist das Kanbansystem in einer Los-Fertigung wesentlich komplexer als in einer Fließfertigung.